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Der späte Goethe

Erst spät sah sich der wohl bedeutendste deutsche Dichter, Johann Wolfgang von Goethe, als Poet. Obgleich er sich stets zur Literatur hingezogen fühlte, sah er erst spät den Künstler in sich.
Johann Wolfgang von Goethe wuchs in einer Familie auf, in der Literatur eine wichtige Rolle spielte. Trotz allem sah er in jungen Jahren die Dichtung nicht als Lebensunterhalt.

Auf Drängen seines Vaters begann er mit dem Jurastudium. Er schloss das Jurastudium mit cum applausu ab, begeisterte sich jedoch nie für die Juristerei.

Seine Jugendjahre und die Zeit als junger Erwachsener bis zu seinem 26. Lebensjahr werden gerne als Sturm und Drangzeit Goethes bezeichnet.

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In dieser Zeit entstand sein berühmtes Werk „Die Leiden des jungen Werther“, dass ihm damals bereits in ganz Europa berühmt machte.

Diese Zeit seines Lebens war auch die produktivste. Hier begann er mit dem Werk, das im gleichen Atemzug mit seinem Namen ausgesprochen wird: Goethes Faust.

Goethe in Weimar


Zeit seines Lebens rebellierte Goethe im Stillen, in seinen Werken gegen die damalige Lebensart im Bürgertum.

Die Auflösung einer Verlobung mit einer Frankfurter Bankierstochter aufgrund der Unvereinbarkeit der Familien war nur ein Grund. Goethe fürchtete auch, seine Lebenspläne als Ehemann nicht realisieren zu können  

Trotz gewollter Trennung litt er unter ihr. Eine Einladung der Brüder Christian und Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg zu einer Reise durch die Schweiz kam dem jungen Goethe gerade recht.

Nach seiner Rückkehr  nahm er eine Einladung des Herzogs Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach an. Das kleine Herzogtum war im Begriff sich zu einem kulturellen Zentrum zu entwickeln.  Seinen Wunsch nach einer praktisch wirkenden Tätigkeit fand er als Minister in Weimar.

Sein Wirken in Weimar wird sehr unterschiedlich bewertet. Bis heute ist ungewiss, ob er sich trotz anderer Überzeugungen höheren Rücksichten beugen musste und so auch seine Handlungen nicht eindeutig einzuordnen sind.

Die Arbeitsüberlastung in Weimar und der Mangel an tragenden Früchten seiner Arbeit führten ihn in die Resignation.

In den ersten Jahren in Weimar entstanden neben allgemeinen Gedichten auch Liebesgedichte, die an Charlotte von Stein gerichtet waren sowie Singspiele und Theaterstücke für das höfische Theater. In dieser Zeit begann er sich mit naturwissenschaftlichen Fragen auseinander zu setzen.

Goethes Italienreise


Im Jahr 1786 machte sich Goethe zu seiner berühmten Italienreise auf, in der seine Berufung zum Dichter erkannte. Zurück aus Italien fühlte er sich wie neu geboren und war mit vom Wunsch beseelt sich dem zu widmen, was seinem Wesen entsprach.

Weimarer Klassik


Die Zeit nach seiner Italienreise wird als Weimarer Klassik bezeichnet. In diese Zeit beschäftigte er sich zu Beginn mit der Naturforschung und mit der Farbenlehre. Wenige Dichterwerke entstanden.

Nach einer zweiten Italienreise entstanden die Venetianischen Epigramme. Die europäischen Zustände beantwortete er mit Spottgedichten sowie satirische Komödien. 1792/1793 entstand auch das bekannte Tierepos von Reineke Fuchs in Hexameter.

In die Weimarer Klassik fiel auch der engere Kontakt zu Friedrich Schiller. Beide inspirierten und beeinflussten sich gegenseitig.

Gemeinsam wurden ästhetische Grundsatzfragen erörtert, dessen Literatur- und Kunstauffassung noch heute in der literathistorischen Epochenbezeichnung als „Weimarer Klassik“ bezeichnet wird.

Durch den frühen Tod Friedrich Schillers endete die Zeit der Weimarer Klassik

Der späte Goethe

Der Tod von Schiller sowie der nahende Krieg mit Napoleon Bonaparte prägten Goethe.

Sein letzter Roman „Die Wahlverwandtschaften“ entstanden und der Abschluss des ersten Teils des „Faust“ neben anderen weniger bekannten Werken. Er begann sich für arabisch und persisch zu interessieren und las den Koran und persische Verse.

Im Jahre 1823 erkrankte Goethe schwer an einer Herzbeutelentzündung.

Trotz Genesung wurde es nach für nach ruhiger um ihn und auch ruhiger in ihm.

Die verbleibende Zeit mit den schwindenden Kräften nutzte er um den zweiten Teil des Faust fertig zu stellen. Goethe starb am 22. März 1832 vermutlich an einem Herzinfarkt.