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Boomt die Branche um die künstliche Befruchtung?

Louise Brown war das erste, künstlich befruchtete Kind, dass am 25. Juli 1978 in Grossbritannien geboren wurde. Seitdem wurden etwa vier Millionen Babys durch künstliche Befruchtung zur Welt gebracht. Allein in Deutschland wares im Jahr 2009 rund 8.000 Babys.
Der Schöpfungsakt in der Petrischale wird heute täglich in den Laboren wiederholt.

Hunderttausende menschlicher Embryonen werden jeden Tag von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt produziert.

Es ist der Rohstoff für eine ganz spezielle Branche, eine Industrie, die sich um das ungeborene Leben dreht.

Mit dem Kinderwunsch setzen Labore, Kliniken und Pharmakonzerne Jahr für Jahr Millionen um. In den USA beziffern Experten die Einnahmen auf etwa vier Milliarden Dollar.

Ungewollt kinderlos

Allein in Deutschland sind es rund 1,4 Millionen Paare, die ungewollt kinderlos bleiben.

Die Ursachen sind so vielseitig wie die Angebotspalette. Sie reichen von der Befruchtung im Reagenzglas, allgemein als IVF (In-vitro-Fertilisation) bezeichnet, die ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion), über die Eizellspende bis hin zur Leihmutter.

Viele Paare mit Kinderwunsch sind bereit, die finanziellen Belastungen einer künstlichen Befruchtung auf sich zu nehmen.

Künstliche Befruchtung - Elternglück von einer boomenden Industrie

Damit wird die Reproduktionsindustrie zu einem lukrativen Unternehmen.

Viele ungewollt Kinderlose lassen sich das Elternglück teuer bezahlen, sind bereit jeden Betrag zu bezahlen, den sie aufbringen können.

Um die 3.000 Euro kostet eine Behandlung.

Die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung liegen auch bei jungen Frauen unter 35 Jahren unter 40 Prozent, so dass oftmals mehr als eine Behandlung notwendig ist.

Die gesetzlichen Krankenkassen fangen, seit der Gesundheitsreform, die Belastungen nur teilweise ab.

Die Hälfte der Kosten werden bis zum dritten Versuch übernommen. Zudem muss das Paar verheiratet sein.

Im Jahr 2008 bezahlten die gesetzlichen Kassen rund 40 Millionen Euro in Deutschland zur Behandlung bei ungewollter Kinderlosigkeit.

Inklusive der Eigenleistungen wird das Marktvolumen auf 100 Millionen Euro geschätzt, Privatpatienten nicht eingerechnet.

Wer verdient an künstlicher Befruchtung?

Die Hälfte der Summe geht an die Pharmaindustrie, an die Hersteller von Fruchtbarkeitsmedikamenten. Die restliche Hälfte teilen sich Kliniken, Ärzte und Labore.